Weil es sich gut anfühlt

happypig

Es hat mich zu Tränen gerührt. Ich konnte einfach nicht aufhören zu schluchzen, so überwältigend war euer Feedback auf meinen letzten Beitrag. Vielen, vielen, lieben Dank für all die unglaublich positiven und Mut machenden Reatkionen. Ich war fassunglos und habe mit offenem Mund auf die Reaktionen hier, per facebook und auch per Mail gestarrt. Dabei war ich mir zuerst unsicher, ob ich das überhaupt veröffentlichen soll.
Doch dann wiederum habe ich mir gesagt: „Hey Claudi, du bist in diesem Blog immer ehrlich gewesen, hast nicht nur geschrieben, wenn es dir richtig gut ging, sondern auch wenn es mal nicht so toll war. Du hast geschrieben, wenn du Lust hattest und wenn es sich nicht richtig angefühlt hat, dann hast es eben bleiben lassen. Und genau so soll es auch bleiben.

Wenn es sich richtig anfühlt – das ist genau das, was ich hier seit beinah 10 Monaten lebe. Eben weil es sich richtig anfühlt. Was soll ich sagen, trotz Zweifelns an mir selbst und dem Vermissen meiner Lieben, so geht es mir hier so gut wie…

„Ich war ja in Deutschland nie unglücklich…“

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wann es mir jemals so lange am Stück so gut ging. Ich meine, ich war ja in Deutschland nie unglücklich und gerade die letzten zwei Jahre in Hamburg habe ich mehr als geliebt. Aber trotzdem, hier ruhe ich mehr in mir selbst und besinne mich immer und immer wieder darauf, was mir wichtig ist und was mich glücklich macht.

happyclaudi
Jedes Mal macht mein Herz viele kleine Sprünge, wenn ich das Meer erblicke. An keinem Punkt Neuseelands ist die See mehr als etwas über 100km entfernt. Und die Berge sind mittendrin, also auch jederzeit erreichbar. Es macht mich einfach glücklich saubere Luft zu atmen und keine oder nur wenige Autos zu hören. Ich sage gar nicht, dass das in Deutschland nicht möglich ist. Doch wer mich gut kennt (oder länger), der weiß, dass ich seit Ewigkeiten davon rede, mein perfekter Ort zum Wohnen vereint die gute Erreichbarkeit von Meer und Bergen. Ich will mich nicht entscheiden müssen, was ich lieber mag. Ich liebe die Berge und den Ozean. Ich kann weder ohne das Rauschen der Wellen leben, noch ohne die unglaubliche Stille in den Bergen.

Ich habe mich an meine Schulzeit erinnert.

Ich war ungefähr 15 oder 16 Jahre alt als eine damalige Schulfreundin ein Austauschjahr in Neuseeland gemacht hat und mir erzählte, dass die Berge dort ganz nah an den Stränden sind. Schon immer mochte ich das Meer und habe die Sommerferien mit meiner Familie an der Ostsee verbracht. Genauso aber liebte ich die Berge, stand ich doch mit 8 Jahren das erste Mal auf Skiern und mit 15 dann auf meinem heiß geliebten Snowboard.
Dieser Punkt, dass mir jemand sagt, es gibt ein Land an dem meine beiden Leidenschaften nicht weit voneinander entfernt sind – ich glaube, das war der Punkt, an dem meine Liebe zu Neuseeland entstanden ist.

„Heute weiß ich, es hatte alles seinen Grund“

Damals und auch nach dem Abi war ich leider noch nicht so weit, den Schritt, alleine ins Ausland zu gehen, zu wagen. Es gab in all den Jahren insgesamt 3 Versuche ans andere Ende der Welt zu reisen, die aus verschiedensten Gründen immer und immer wieder gescheitert sind.
Heute weiß ich, es hatte alles seinen Grund. Ich habe nun die Möglichkeit, viel bewusster zu entscheiden, ob ich mein Leben hier weiter gestalten möchte oder zurück nach Deutschland gehe.
Ich bin froh darüber, dass ich hier momentan ein Leben der Locals lebe. Dass ich die positiven wie auch negativen Seiten Neuseelands richtig kennenlerne. Ja, es gibt auch einige nicht so schöne Dinge, die hier geschehen, die hauptsächlich politischer Natur sind, aber dazu ein andern Mal mehr. Ich durchlebe alle Jahreszeiten und lebe an mehreren Orten. Ich lerne Neuseeland richtig kennen und kann vielleicht irgendwann entscheiden, ob ich hier bleiben möchte. Momentan kann ich das aber noch nicht entscheiden. Was ich allerdings entschieden habe, ist, dass ich länger als das Jahr bleiben werde. Und ihr alle habt mir Mut gemacht, dieses Projekt weiterzuleben, meinen Weg zu gehen, meinen Traum zu leben.

Aktuell arbeite ich mich durch alle möglichen Visa-Optionen durch, was eine Menge Zeit und Energie kostet. Behören-Englisch ist fast so gut wie Behörden-Deutsch und die Immigrationbehörde in Neuseeland hat gefühlte 236 Unterseite zum Thema Leben & Arbeiten in NZ.
Und doch bin ich voller Zuversicht, dass sich alles finden wird. Bisher hat das Universum immer alles richtig gemacht. Eben weil es sich gut anfühlt.

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Ein Gedanke zu „Weil es sich gut anfühlt

  1. Hey,
    ich verfloge deine Blog von anfang an und immer weider mit begeisterung. Habe auch deinen letzten und nun diesen gelesen. Ich kann den anderen nur beipflichten….mach deinen Weg!!!
    Du hast absolut meine größe hochachtung und Respekt dafür. Ich wünsche dir noch ganz viele tolle Erlebnisse, Eerfolg und Glück für deinen weiteren weg. Ich bin mir sicher du schaffst das alles.
    Liebe Grüße,
    Jan

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