Entscheidungen und Papa ist der Beste

_DSC8419Es kann alles so einfach sein – wenn man es denn einmal anpackt.
Was habe ich mich drum gedrückt und wollte es einfach nicht tun. Dieser Anruf bei der Immigrations-Behörde lag mir seit Tagen auf der Seele. Ich habe hin- und her überlegt, mich im Internet kaputt gesucht, nur um danach noch verwirrter zu sein. Es geht um meinen Plan über mein Work & Travel-Jahr hinaus hierzubleiben. Eine Möglichkeit ist ein Besuchervisum zu beantragen, was mir erlaubt, weitere neun Monate hier zu verbringen. Allerdings gibt´s da Einschränkungen, Regeln, Tests und viel, viel kompliziertes Bürokratie-Zeuchs. Im Endeffekt war ich nach meiner Recherche nur noch verwirrter und wusste überhaupt nicht mehr, was gilt und was nicht.
Ich habe mir den Kopf zerbrochen, was ist, wenn ich nicht hier bleiben kann. Meine Eltern haben doch schon den Flug gebucht, um mich hier zu besuchen und ich freue mich so sehr darauf. Nach einigen mehr oder weniger unruhigen Nächten habe ich mir dann ans Herz gefasst, den Hörer in die Hand genommen und die Immigrations-Behörde angerufen. Dabei hat mein Herz gerast, ich habe Angstschweiß-Flecken unter den Achseln bekommen und beinah auch vergessen zu atmen. Die ganze Zeit in der Warteschleife musste ich an den Immigrationsbeamten vom Flughafen bei meiner Ankunft denken. Daran, wie unfreundlich er war und daran, dass ich mir wie bei einem Verhör vorkam. Doch nach einigen Minuten, untermalt von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ meldete sich eine freundliche, männliche Stimme, die mir ganz in Ruhe alles erklärt und Tipps gegeben hat. Und außerdem hat mir der nette Beamte auch noch die Fragen beantwortet, die ich beinahe vergessen hätte zu stellen UND mir einen schönen Tag gewünscht!

In kurz: Eine Bewerbung für ein Visitor-Visa ist gar kein Problem.

In lang: Ich habe folgendes zu beachten:

  •  medizinischer Test (inklusive Urinprobe und Augentest)
  • Röntgenbild der Brust
  • polizeiliches Führungszeugnis

und dann noch ein winzig kleiner Betrag an Geld auf meinem Konto

  • 1000 NZD pro Monat, den ich hierbleiben möchte, um nachzuweisen, dass ich für mich selbst sorgen kann. Wohlgemerkt OHNE  zu arbeiten.

Nun stehe ich hier vor einer organisatorischen Herausforderung im Nirgendwo und werde das Wochenende wohl damit verbringen, einen Ablauf für diese vier Dinge zu organisieren.

Punkt 1 und 2 kann ich in der übernächsten Stadt machen, muss dafür aber erstmal hinkommen. Das findet sich schon irgendwie.

Punkt 3 wird wohl am meisten Zeit in Anspruch nehmen, denn soviel ich bisher weiß, muss ich das Papier hier ausfüllen, per Post nach Deutschland schicken, um dann nach einiger Zeit es bei der Botschaft hier abholen zu können. Kann sich ja nur um Monate handeln, aber vielleicht lässt mich die Immigrationsbehörde ja auch ohne polizeilichen Nachweis hierbleiben.

Punkt 4 – puuh, da ist es wieder das Thema „Sicherheit“. So ganz bin ich  von diesen Gedanken natürlich auch nicht befreit und habe aus diesem Grund mein Auto in Deutschland behalten und es nicht vor der Reise verkauft. Einfach um genügend finanziellen Rückhalt zu haben, wenn ich wieder zurückkomme. Da es nun aber nicht so aussieht, als würde ich innerhalb der nächsten 12 Monate zurückkommen, habe ich eine Entscheidung getroffen: Das Auto wird verkauft!

„Nun ist es so weit. Unsere Wege werden sich trennen.

Ach mein kleiner, treuer Begleiter der letzten Jahre. Der schwarze Blitz hat mich so gut von A nach B gebracht, was habe ich die Autobahnen, Landstraßen und auch den Stadtverkehr mit ihm gemocht. Ich bin in ihm zu viert mit Gepäck und Lebensmitteln (und einem Kasten Bier) nach Dänemark gefahren, er hat mich auf Festivals begleitet und als Schlafplatz am Strand von St. Peter Ording gedient (auch wenn das nicht so ganz legal war). Die Hunde meiner Freunde hatten immer ein sicheres Plätzchen im Kofferraum und bei meinem Umzug von Berlin nach Hamburg hat er wunderbar viel Stauraum gehabt. Und nun wird er in andere liebevolle Hände abgegeben. Details zum Verkauf findet ihr hier:. Das könnt ihr auch gerne teilen und an Bekannte weitergeben – vielleicht kennt ja jemand, der jemanden kennt.
A Klasse zu verkaufen

Hiermit ein großes DANKESCHÖN an meinen Papa, der sich so liebevoll um den Verkauf kümmert und organisiert hat, dass das Autochen sowohl Nordseesand- als auch Hundehaarbefreit ist, mal eben einen ganzen Nachmittag damit verbringt, Staubkörner wegzupolieren und es anschließend vorteilhaft fotografiert. Selbst wenn ich 18.000 km weit weg und mittlerweile 30 Jahre alt bin, manche Dinge ändern sich einfach nie. Meine Mama würde jetzt sagen: „Du bist eben doch Papas kleine Prinzessin“.

In diesem Sinne:

 

 

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