Ein Jahr in Neuseeland geht zu Ende…

lammy… und doch geht es für mich weiter. Und zwar genau hier, in Neuseeland. Rückblickend auf nun fast 12 Monate in einem fremden Land, auf einem fremden Kontinent, mit einer so anderen Mentalität als in Deutschland, kann ich sagen, dass sich vieles verändert hat. Ich habe mich verändert und das ist irgendwie ziemlich okay.

Bevor ich meine Reise angetreten habe, war mir bewusst, dass sich einiges an meiner Sichtweise verändern wird und ich Dinge und wahrscheinlich das Leben von einem ganz anderen Blickwinkel aus betrachten würde. Dass sich mein Leben allerdings so gravierend verändern würde, damit habe ich nicht gerechnet.
Ich bin davon ausgegangen, ein paar Monate hierzubleiben um dann rechtzeitig zurück zu sein und den Sommer in Deutschland zu genießen. Doch ich bin hiergeblieben.

Ich habe nach einem wundervollen Sommer, auch Herbst und Winter erleben können. Nun befinden wir uns mitten im Frühling und die Natur ist geradezu explodiert. Alles ist grün, Magnolienbäume säumen die Straßen, die Blumen blühen und Vögel zwitschern. Ach und meine Freunde die Sandflies sind auch zurück und sie lieben mein Blut immer noch.

Soviel Stadt!!!! Soviel Beton, soviel Lärm…

Am 19. November ist genau ein Jahr seit meiner Einreise vergangen und ich kann mich immer noch sehr gut an den Immigrationsbeamten am Flughafen mit seinen kritischen Fragen erinnern.
Ich kann mich auch immer noch sehr genau an die chaotische, gefühlt für immer währende Anreise erinnern. Und an das Gefühl als wir im Anflug auf Auckland waren. Soviel Stadt!!!! Soviel Beton, soviel Lärm, und so gar keine Schafe. So gar nicht das Neuseeland, was ich erwartet und erhofft habe. Wo ist das Grün, wo die Schafe und wieso gibt´s hier so unglaublich viele Kühe?

Mittlerweile hat mein Pass einen schicken Aufkleber bekommen, der besagt, dass ich mich weiter hier im Land aufhalten kann. Ich habe Natur pur, morgens werde ich von einem Mix aus Vögelzwitschern und entfernt blökenden Schafen geweckt. Ich lebe in dem Neuseeland, was ich mir still und heimlich immer erträumt habe.
Die ganze Organisation, die medizinischen Tests, der ganze Papierkram (282 Gramm und in etwa 50 Seiten Visa-Antrag) haben sich gelohnt. Ich habe gequiekt vor Freude, bin in die Luft gesprungen und hab mehr oder weniger große Freudentänze aufgeführt als ich meinen Pass mit der Verlängerung in den Händen gehalten habe. Die Freude ist immer noch da und jeden Tag wird mir bewusst, wie glücklich ich mich schätzen kann. Eigentlich wird die Freude immer größer.

Besuch aus Deutschland

Am 2. Januar kommenmeine Eltern und wir planen eine 14 tägige Tiki-Tour über die Südinsel. Endlich kann ich ihnen zeigen, was mich an Neuseeland so fasziniert und wie wunderschön es ist. Ich kann ihnen die Menschen vorstellen, die mir über die letzten Monate ans Herz gewachsen sind und all die Plätze und Orte, in die ich mich verliebt habe.

Um den ganzen die Krone aufzusetzen und mich komplett in „Besucherstress“ zu versetzen, kommt nämlich noch jemand.

Meine Ela kommt endlich wieder zurück nach Neuseeland und zwar genau einen Tag nach meinen Eltern. Ich weiß ehrlich gesagt noch nicht, wie ich das emotional überstehen soll. Immerhin habe ich bis dahin mehr als ein Jahr, ohne meine Familie oder Freunde zu sehen, verbracht. Wahrscheinlich breche ich vor lachen und weinen zur gleichen Zeit am Flughafen zusammen. Oder schon am Tag davor. Meine Familie kommt und Ela.
Ich meine, Ela ist schließlich wie eine Schwester für mich. Über das ganze Jahr haben wir immer Kontakt gehabt und wussten, was im Leben des anderen passiert. Überhaupt habe ich festgestellt, dass ich einige, wenige aber doch ganz großartige Freunde habe. Freunde, die meine Veränderung akzeptieren, auch wenn es nicht ihr Leben wäre. Freunde, die nachfragen, hinterfragen, mit denen man kritisch diskutieren kann. Eben Freunde, auf die man immer zählen kann. Auch in dieser Hinsicht hat mich das vergangene Jahr viel gelehrt. Vor allem habe ich gelernt, wirklich auf mein Bauchgefühl zu vertrauen. Zu tun, was mich glücklich macht, meinen eigenen Weg zu gehen und zu akzeptieren, wenn es Menschen gibt, die das nicht gut finden. Das ist dann halt so. Es ist mein Weg, meine persönliche Reise, meine Art zu leben und Leben zu leben. Weil es mich glücklich macht und ich hier einfach ich sein kann.

PS: Vorausgesetzt der Empfang reicht aus, werde ich mal ein paar neue Bilder der vergangenen Monate in die Galerie laden – schaut vorbei.

Nachtrag: Bilder wird bei einem Balken Empfang wohl doch eher schwierig.

 

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